Gipsfrei zu arbeiten bedeutet nicht, Ihren Beruf neu zu erlernen. Ihre klinischen Entscheidungen und diagnostischen Anproben bleiben genau gleich. Nur der Ausgangspunkt ändert sich: ein 3D-Scan statt eines Gipsabdrucks, für einen schnelleren, saubereren und besser reproduzierbaren Arbeitsablauf. So sieht dieser Übergang in der Werkstatt konkret aus.

Der klassische Fehler beim Umstieg auf digital ist, sich zu schnell in die CAD zu stürzen. Der Scan ist Ihr Ausgangspunkt: gute Daten hinein, gute Daten heraus. Scanner der Shining-3D-Reihe (EinScan H2, Einstar) sowie der Medixa sind bestens geeignet und in der VYTRUVE-Plattform vorkonfiguriert. Das System bleibt offen: viele andere Hardware-Modelle sind je nach Budget und Bedarf voll kompatibel.
Einmal ausgestattet, kommt es allein auf Ihre Technik an: Patientenpositionierung, Erfassung knöcherner Vorsprünge und Umgang mit Bewegungsartefakten.
Die CAD-Modifikation mit VYTRUVE bildet die physische Logik der Werkstatt ab: Freiräume für Druckstellen anlegen, Volumen aufbauen, die Flügel anpassen und den Fuß zum Schaft ausrichten. Der erste Patient dauert etwas länger, einfach weil Sie Ihre gewohnten Werkstattgriffe auf einen Bildschirm übertragen. Die größte Verbesserung? Die Schaltfläche „Rückgängig“. Sie nimmt völlig den Stress, mit der Raspel zu viel Gips abgetragen zu haben.
Viele Werkstätten beginnen mit der Auslagerung an die Zentralfertigung, bevor sie mit wachsendem Volumen einen eigenen Drucker anschaffen.

Der Anprobevorgang bleibt identisch. Der Testschaft kommt in klarem PETG. Sie beurteilen visuell den Hautkontakt, prüfen die Flügel und bewerten die dynamische Ausrichtung. Sind Anpassungen nötig, reagiert PETG einwandfrei auf das Heißluftgebläse, genau wie herkömmliche Thermoplaste. Der eigentliche Unterschied zeigt sich nach der Anprobe: jede klinische Änderung lässt sich in Ihrer 3D-Datei aktualisieren. Wenn der Patient nach sechs Monaten für einen neuen Schaft zurückkommt, starten Sie von einer validierten Grundlage, nicht bei null.

Die meisten Orthopädietechniker wechseln bereits nach 2 bis 4 Wochen transtibialer Praxis zu Oberschenkelfällen. Das Scan-Protokoll mit dem VTF-Werkzeug ist schnell erlernt, und die Modifikationslogik ist exakt dieselbe. Das Gleiche gilt für sub-ischiale Schäfte, die direkt über einem Silikonrand gescannt werden.


Gipsfrei zu arbeiten ist kein Sprung ins Ungewisse, sondern eine Abfolge praktischer Schritte. Der Scanner ersetzt den Gipsabdruck, die CAD ersetzt die Raspel, und das in 3D gedruckte Positiv oder der gedruckte Schaft ersetzen das schwere Gipsmodell. Ihr klinisches Urteil bleibt zu 100 % Ihres, mit einem großen Vorteil: Sie gewinnen wertvolle Werkstattzeit, um sich ganz der Patientenversorgung zu widmen.
VYTRUVE ist unter app.vytruve.com erreichbar. Das Anlegen von Patienten und die digitale Modifikation sind kostenlos enthalten.